Samstag, 30. Juni 2012

"Zeltplatz"-Abzocke bei den Geogames

Ein "Zelterlebnis" der besonderen Art darf ich gerade bei den Geogames erleben. Auf dem Messeparkplatz, Marke Autokino versuchten gestern hunderte Cacher ihre Zelte mit Heringen gegen den aufkommenden Wind zu sichern, bei 36° C im Schatten. Dummerweise besteht der Boden aus einer kleiner Schotterschicht unter der sich eine "gefühlte" Bodenschicht verbirgt. Mit herkömmlichen Heringen ist da nichts zu machen. Zum Glück hatte ich zufällig einen Zimmermannshammer im Auto mit dem ich auch nur 4 Heringe brauche bevor sich einer wenigstens um einige Zentimeter im Boden versenken lässt. Vom Veranstalter gibt es zwar Stahlnägel, aber nur 2 pro Person und das Problem wird dann auf den Zeltabbau verschoben.
Der Hammer kam dann bei morgendlichen Duschen. Über einem Miniwaschbecken befindet sich ein Duschkopf. Fertig. Dafür ist die Kabine aber so klein und die Anzahl der Hacken auf einen kleinen beschränkt. So ist garantiert, dass auch alle Klamotten samt Kulturbeutel klitschnass werden.
Und das ganze Vergnügen gibt es schon ab 15 €. Pro Übernachtung, pro Person.
Es ist klar, dass man mitten in Leipzip keinen Waldzeltplatz erwarten kann. Das improviserte Angebot ist anfürsich kein schlechtes. Wenn nur das Preis-Leistungs-Verhältnis nicht so extrem verschoben wäre...
Das Frühstück ist mit 5 € relativ günstig, aber dafür auch sehr dürftig und die Brötchen erinnern mehr an Pappe als an Backwaren. Aber das dürfte diejenigen, die jetzt gerade in der Schlange stehen wenig interessieren. Die ist nämlich auf über 50 Meter angewachsen.
Am gestrigen Abend traf ich befreundete Cacher, die sehr glücklich über ihre Campingsituation waren. Sie sind mit ihrem Wohnmobil auf dem Parkplatz nebenan, kostenlos, und schleichen sich nachts zum Duschen auf den Autokinoparkplatz. Ich lasse diese Idee mal unkommentiert.
Der Fairness halber sei erwähnt, dass Zelten und Frühstück nicht direkt von von Eventveranstalter angeboten wird sondern durch die Messe Leipzig.
Eine Herausforderung bleibt es trotzdem

Freitag, 15. Juni 2012

Wie man einen PlayAnywhere Wherigo schreibt

Voraussetzung: "Einstieg in Lua“

Abbildung 1. Aus zwei gemessenen Punkten lässt sich Abstand und Winkel bestimmen.
In diesem Tutorial wollen wir uns mit der PlayAnywhere (kurz PA) Variante der WIGs befassen. PlayAnywhere heißt hier, dass der Spieler festlegt, wo er das Cartridge spielen möchte.
Da wir die Zonen folglich nicht vorher bestimmen können, muss dies der Spieler tun.
Das Zauberwort lautet Player.ObjectLocation. Diese Funktion liefert uns ein ZonePoint Objekt, dass die Koors des aktuellen Spielstandortes Preis gibt.
Wir stecken uns folgendes Ziel: Der Spieler soll zwei Punkte festlegen, anhand deren wir dann ein Quadrat berechnen. Die Seitelänge des Quadrates ist der Abstand der beiden Koordinaten und die Verbindung zwischen Ihnen eine Seite des Vierecks.

Abbildung 2: Die erste Position wird gemessen
Wir geben eine MessageBox aus mit der Bitte zur ersten Position zu gehen. Sobald der OK-Button der MessageBox gedrückt wird, halten wir die aktuelle Spielerposition in der Variable position1 fest
So weit zu gut, eine Ecke des Quadrates ist bestimmt. Um die zweite Ecke zu bestimmen fügen wir, ebenfalls im "On clicked" Bereich der MessageBox eine zweite Nachricht ein und wiederholen so die Prozedur der Aufforderung und Messung.

Abbildung 3: Nachdem die zweite Position bestimmt wurde, werden die Ecken 3 und 4 errechent.
Nachdem die zweite Position in position2 gespeichert wurde beginnt die eigentliche Arbeit. Die vorgefertigte Funktion VectorToPoint, enthalten in der eingebundenen Wherigo-Bibliothek erwartet als Parameter zwei ZonePoint Objekte und berechnet Abstand und Winkel der beiden Positionen. Der Winkel wird in einem 360° Kreis gemessen (Osten 90°, Süden 180°, Westen 270° usw) und sollte uns von Peilungsaufgaben bekannt vorkommen. In Abb. 1 würde der Winkel bei etwa 340° liegen sollte.
Um es genau zu wissen, geben wir Abstand und Winkel in einer print Nachricht aus, die nur im Urwigo-Simulator, nicht auf dem WherigoPlayer (Oregon, WhereYouGo...) angezeigt wird. Da das Distance-Objekt d nicht automatisch in Meter angegeben wird, bestimmen wir den Wert mit d:GetValue"m".
Vorsicht: d:GetValue("m") ist zwar syntaktisch auch korrekt, funktioniert aber nicht auf allen WIG-Playern. Bei unserem Beispiel sieht die Ausgabe folgendermaßen aus:
Winkel 338.97394387323 Grad
Entfernung 49.227289103145 m
    
Als kleine Zwischenaufgabe wollen wir einen Wegpunkt bestimmen, der 5 Meter Richtung Osten von Position 1 entfernt ist. Dazu erzeugen wir mit Wherigo.Distance(5,'m') ein entsprechendes Distance-Object und mit Wherigo.TranslatePoint einen neuen ZonePoint, ausgehend von Position 1, 5 Meter in Richtung 90 ° gehend. Die Vektorrechnung aus der Schulzeit lässt grüßen.

Nun aber genug getestet, wir benötigen die dritte Ecke (oben rechts, siehe Abb. 4) unseres Quadrates. Was wir über diese Ecke wissen, ist, dass ihr Abstand zu Position 2 der gleiche ist, wie der zwischen 1 und 2. Beim Quadrat sind ja allen Seiten gleich lang. Für Wherigo.TranslatePoint haben wir also schon den Ausgangspunkt position2 und den Abstand d. Wie aber kommen wir zum Winkel b2 ? Diese Frage lässt sich recht schnell beantworten, wenn wir bedenken, dass die Innenwinkel eines Quadrates 90° sind. Winkel b2 ist also Winkel b zuzüglich 90°. Für den Fall, dass der Winkel größer als 360 wird, nehmen wir mittels Modulo den Wert zwischen 0 und 360. Mit dem so errechneten Winkel können wir Position 3 und von dort ausgehend wieder 90° weiter Position 4 errechnen. An der Zeile b3 = b2 + 90 sehen wir, dass wir die Modulo-Operation auch weglassen können, da die in lua genutzen Sinusfunktionen auch Winkel größer 360° vertragen.
Zuletzt setzen wir mit myZone.Points die vier bestimmten bzw. errechneten Position für unsere Zone myZone. Damit die Zonendarstellung im Wherigo-Player aktualisiert wird sollten wir die Sichtbarkeit der Zone mit myZone.Visible zuerst auf false und anschließend wieder auf true setzen.
!!! Damit ihr eure Zone mit myZone ansprechen könnt, müsst ihr bei der Definition der Zone in Urwigo nicht nur den Namen sondern auch den Identifier auf myZone setzen.

Abbildung 4: Unser Quadrat ist fertig und kann als Zone im PlayAnywhere-Cartridge genutzt werden.
Wir haben somit die Koordinaten der Zone auf den Standort gesetzt in dem der Spieler das Cartridge spielen möchte.
Das Handling mit Quadraten als Zone ist aber nicht zwingend erforderlich um einen PA zu erzeugen. Wenn die Zone ein Viereck sein soll, kann man auch die ersten 3 Ecken bestimmen lassen. Somit hat der Spieler auch eher eine Vorstellung wo sich das Spielfeld befindet und kann auch auf nicht rechtwinkligen Spielfeldern (wer weiß noch was ein Parallelogramm ist ?) die Zone definieren.

Abbildung 5: Bei der PA-Variante von Cachopoly werden alle 4 Ecken bestimmt und die Zwischenstationen ausgerechnet.
Ebenso denkbar ist, dass bei einem Spielfeld wie Cachopoly alle 4 Ecken gemessen werden. Hier werden die 4 Eckfelder (Homezone, Hochsitz, Parkplatz und Jäger) als Kreiszonen bestimmt und die Zwischenstationen (Muggelhausen, Filmdosenverleih, Stammtisch, Enigma...) berechnet, indem man den Winkel Homezone -> Hochsitz nimmt und von der Homezone aus 1/5, 2/5, 3/5 bzw. 4/5 der Entfernung für die Peilung mit Wherigo.TranslatePoint heranzieht. Grundgedanke ist aber immer, dass der Spieler genügend ZonePoints setzen muss, um das Spielfeld eindeutig aufzuziehen. Wer sich Spielfrust ersparen möchte, sollte im Cachelisting genau beschreiben was der Spieler gerade ausmisst. ("Setze mit Punkt A und B eine Gerade. Das Spielquadrat befindet sich anschließend rechts von dieser")

Donnerstag, 14. Juni 2012

Koordinateneingabe im Minutenformat

Voraussetzung: "Einsteigerkurs“

Abbildung 1: Koordinaten können auch im gewohnten Minutenformat eingegeben werden
Bis vor kurzem akzeptierte der Urwigo-Builder die Koordinaten nur im Dezimalformat hddd.ddddd eingegeben werden. (erste Zeile in Abb. 1).
Seit der Version 1.10 können die Koors auch im gewohnten Minutenformat DDD MM.MMM eingegeben werden (zweite Zeile), wobei man darauf achten muss die N und E weiterhin hinter der Koordinate stehen. (z.B 50 39.536N 7 27.280E).

Abbildung 2: Die eingegeben Koors werden automatisch ins Dezimalformat umgewandelt.
Sobald man jedoch das Koordinaten-Eingabefeld verlässt, werden die Werte automatisch ins Dezimalformat umgewandelt. Eine Kontrolle wird also schwierig. Vielleicht kann man in zukünftigen Versionen des Builders das angezeigte Format einstellen.
Eine Eingabe im Sekundenformat (z.B 50 39 32.148N 7 27 16.812E) wäre ebenfalls möglich.
Hier der Auszug aus dem ChangeLog des UrwigoBuilders:

*** Version 1.10
- it is now possible to enter coordinates in the 'deg min.min' and 'deg min sec.sec' format. 
  E.g. "N 51 17.575 E005 31.168",  "51 17 10.2N 5 31 2.3E" and variants

Sonntag, 10. Juni 2012

1:0 für die Natur

An diesem Wochenende hat nicht nur Fussballdeutschland gewonnen, auch die Natur ist gut weggekommen.
Nachdem am gestrigen Hauptkampftag auf der Geocaching-Konferenz viele Workshops zum Thema Geocaching und Natur angeboten und auch gut besucht waren, habe ich zum ersten Mal den Eindruck, dass sich Geocacher, Naturschützer, Jäger und Waldbesitzer aufeinander zu bewegen. Es ist jedenfalls ein Anfang gemacht.
Man kann eine solche Konferenz natürlich nicht in drei Sätzen zusammen fassen. Hauptresumee für mich war "Nehmt Rücksicht auf den Gegenüber (Natur, Jäger und Eigentümer) und sucht den Dialog mit den Betroffenen".
Als persönliche Konsequenz habe ich soeben zwei N@chtcaches von mir geschlossen, da ich mir hier überhaupt keine Gedanken über Natur- und Wildverträglichkeit gemacht hatte und den dadurch entstehenden Konflikten vorbeugen möchte.
Ich möchte hier auf keinen Fall den N@chtcache oder das Cachen im Wald an den Pranger stellen. Aber vielleicht schaffen wir es (oder zumindest immer mehr von uns) in Zukunft mehr auf Genehmigung, Naturschutzgebiete, Analyse der örtlichen Gegenheiten zu achten, anstatt nur das Veröffentlichen des nächsten eigenen Caches im Auge zu behalten.

Freitag, 1. Juni 2012

Noch schleppende Anmeldung bei der GecKo

Am übernächsten Wochenende (Fronleichnam) findet die GecKo in Schwerte statt. Trotz zahlreicher Angebote (Kletterkurs, Wherigo-Workshops, Bogenschießen, PublicViewing und vieles mehr) sehe ich erst 210 WillAttends auf der GC-Seite.
Da ich weiß, wie viel Arbeit und Aufwand das Orga-Team betreibt finde ich die Zahl ein wenig entäuschend. Klar werden noch einige Cacher unangemeldet erscheinen, aber ich hätte im Januar als ich von dem Event erfuhr deutlich über 500 Anmeldungen erwartet.

Liegt es daran, dass vor Kurzem bereits ein Ruhrpott-Mega stattgefunden hat oder ist bereits Sommerloch und Urlaubszeit?
Ich werde auf jeden Fall trotzdem das gesamte lange Wochenende dort verbringen und freue mich auf die LostPlaceDo Serie und viele weitere Cache- und Eventhighlights.

Für alle, die mehr über das Event wissen wollen folgt hier der offizielle Pressetext der Veranstalter:

GecKo – Multi Event der besonderen Art!


(GC3A99E)


In Schwerte findet vom 08.-10.06.2012 eine bundesweite Geocaching Konferenz (GecKo) statt und setzt sich mit einer ganzen Reihe an Veranstaltungen, Workshops und Vorträgen für umsichtiges und nachhaltiges Geocachen in der Natur ein. GecKo soll Info-Börse, Diskussionsforum und Event sein. Es wird interessante Diskussionsrunden geben, aber auch die Praxis soll nicht zu kurz kommen.


Geplant wird eine spannende Podiumsdiskussion mit hochkarätigen Gästen: Jäger, Umweltschützer, erfahrene Cacher und Reviewer werden ihre Argumente darlegen und erklären, wo es beim Geocaching zu Spannungen mit der Umwelt kommen kann, und wie es möglich ist zusammenzukommen, um an Lösungen für etwaige Konflikte zu arbeiten.


Auch die neue Plattform umweltcacher.de unterstützt die Konferenz mit einem Powerpoint-Vortrag und anschließender Fragerunde! Kai, der Pionier der neuen ‚Umweltcacher-Bewegung‘, wird von der Entstehung seiner Idee berichten. Er präsentiert live den wirklich spannend aufgebauten und klug durchdachten Internetauftritt dieses Projektes.
Angemeldet haben sich außerdem Geocacher aus dem Rheinland, welche diese Möglichkeit bereits jetzt eifrig nutzen, um gemeinsam CITOs auf die Beine zu stellen und weitere Ideen in Sachen Umweltschutz zu planen.


Ebenfalls auf der Agenda der Konferenz stehen einige Workshops, die sich sehen lassen können: Angefangen bei der Erstellung attraktiver Listings und einer Anleitung zum Wherigo programmieren, über naturkundliche Führungen, der ‚Live-Besichtigung‘ des Earthcaches GC1GJ1R und baumschonende Kletterworkshops, bis hin zur Hilfestellung beim Abspeichern von Kartenmaterial auf GPS-Geräte - um nur eine Auswahl zu nennen!


Eingebettet wird all das in ein unterhaltsames Rahmenprogramm. So soll es neben einem eigenen Kinderprogramm und einer Tombola auch ein ‚Cacher-Bingo‘ sowie am Abend ein Lagerfeuer mit ‚Logbrot‘ geben. Natürlich auch einen Markt der Möglichkeiten, wo Aussteller und Sponsoren alles anbieten, was das Cacherherz begehrt.


Spannend wird sicher auch das geplante Treffen für Blogger und Cacher, die Foren betreiben oder moderieren. Sie sollen hier die Möglichkeit bekommen sich kennenzulernen, Kontakte auszutauschen und ihre Netzwerke zu vertiefen. Klingt gut und wird erfolgreich, je mehr sich dazu anmelden!


Dies gilt auch für das krönende Finale des Wochenendes: Mit allen bundesweit angereisten Gästen sowie der Community aus der Region soll es ein extra CITO (GC3BYF8) mit bis dato unerreichter Beteiligung geben: an drei bis vier verschiedenen Standorten in Schwerte und Dortmund sollen die Waldgebiete von Müll befreit werden.


Das GecKo-Team arbeitet auf Hochtouren und entwickelt das Programm ständig weiter. Zu sehen ist dies auf der Konferenz-Homepage www.gecko-event.de, die nach fünf Tagen online bereits mehr als 700 Besucher (nicht Klicks) zählen konnte. Hier sei in jedem Fall das Abo des Newsletters empfohlen!



Montag, 21. Mai 2012

Cachopoly bei den GeoGames

Bei den GeoGames in Leipzip wird es neben vielen weiteren Spielen und Attraktionen auch eine angepasste Form von Cachopoly geben.

Auch auf den Geogames könnt ihr Straßen kaufen, Häuser bauen und Miete kassieren.

Wie bereits beim Original in Asbach, am Bodensee oder auf "Potthoffs Wiese" könnt ihr auch beim MegaEvent als menschliche Spielfigur ("Ich nehm das heiße Eisen") um das Spielbrett ziehen, Straßen kaufen, Häuser und Hotels bauen und Miete kassieren. Aber gebt acht vor dem "Jäger", wenn er euch erwischt müsst ihr eine Runde im Hochsitz aussetzen bevor es weitergeht.
In wieweit die Straßennamen und Ereigniskarten noch angepasst werden, bleibt eine Überraschung. Nehmt euch also ne Stunde Zeit und gute Wanderschuhe mit, dass ihr am Ende auch sagen könnt: "Ja ich hab die 100.000 EUR geknackt und kann als zweifacher Hotelbesitzer zum Final vorrücken".

Samstag, 12. Mai 2012

CSI Koblenz


In Koblenz muss die Lösegeldübergabe abgewickelt werden und du bist mitten drin
Samstagabend in einem Koblenzer Bus der gerade losfahren möchte. Die Tür wird nochmals aufgerissen und in letzter Sekunden stürmen fünf merkwürdige Gestalten herein. Mit Outdoorklamotten bekleidet, leicht verschwitzt und völlig außer Puste, Rucksäcke auf dem Rücken und Stirnlampen auf dem Kopf.
Dann greift einer zum Telefon und stellt merkwürdige Fragen: "Geschafft, wo müssen wir aussteigen?". Dann erfolgt der plötzliche Ruf "Koordinaten" und auf einmal stecken alle fünf die Köpfe zusammen. Der mit dem Telefon wiederholt merkwürdige Zahlen, die anderen strecken ihre klobigen zu großen Handys in die Mitte auf denen sie wie wild drauf rumhacken. "22 ... 5, 4, 3 ... 35 ... 6, 2, 1. Was müssen wir dort machen? ... Ja, ein Schild ... mit QR-Code, danach ein Chirp. Alles klar wir melden uns!"
Einer von Ihnen schreibt den ganzen Irrsinn auch noch mit.
So ungefähr muss es für Passanten ausgesehen haben, als wir die Lösegeldübergabe im Auftrag der CSI Koblenz (GC2YE76) angegangen sind. Aber der Reihe nach.

Der Echtzeitcache aus Sicht der Zentrale. Auch beim Online-Part wurde sehr viel Wert auf Details gelegt. Hinter dem virtuellen Rechner verbirgt sich eine PHP-Anwendung, welche die Antworten der Zentrale verarbeitet und Aufgaben steuert.
Pünktlich um 17 Uhr finden wir uns am Koblenzer Hauptbahnhof ein um nach Anleitung aus dem Listing unser Minigruppenticket zu ziehen. Bis jetzt gestaltet sich der Cache sehr komfortabel, da an alles gedacht und bisher sogar für uns mitgedacht wurde.
Gegen viertel vor sechs kommt der Kontrollanruf aus der Zentrale, der auch wichtig war, denn bei Team 2 gab es Probleme mit der Ruftonlautstärke. Diese war für den Bahnhofslärm zu leise und so wurde deren Kontrollanruf nicht wahrgenommen.
Gut dass wir das gemerkt haben, bevor es los geht.

Der Sekunden- sowie der Minutenzeiger passieren die 12, der Stundenzeiger steht auf der 6. Die Spannung steigt. Wann wird sich die Zentrale melden und was müssen wir tun?

Drei quälende Minuten später ist es endlich so weit. Der erste Anruf, es geht los!
Nach erfolgreich gefundener Zahl (wo und welche müsst ihr schon selbst herausfinden) geht es ab zum Busbahnhof. Dann der erste beunruhigende Anruf: "Die Bahn von Team 2 hat Verspätung, die ihr gleich rausholen müsst!".
Wir zurren die Rücksäcke fester und stellen uns auf eine hektische Suche ein.
Nach ca. 60 Minuten laufen, suchen, spurten, wieder suchen, rätseln, noch schneller laufen sind wir fast wieder da, wo wir angefangen haben.
Um den Stressfaktor zu erhöhen erreichen uns regelmäßig Anrufen aus der Zentrale: "Ihr müsst (noch) schneller laufen", "Ihr müsst Gas geben", "Ihr hängt mächtig hinterher" usw.

Schnell ein Gruppenfoto im Bus. Draußen zieht gerade die Station vorbei, an der wir hätten aussteigen müssen.
Die Koblenzer Busfahrer scheinen von diesem Cache aber noch nichts gehört zu haben. Denn obwohl wir durch Outfit, Konditionszustand (keusch, hechel, prust) und Stirnlampe eindeutig als nicht von dieser (Buisness-Feierabend-)Welt gekennzeichnet sind, müssen wir immer vorne einsteigen und werden jedes Mal nach unserem Minigruppenticket gefragt. Befreundete Cacher erzählten aber von einem Busfahrerexemplar der wohl entfernt ahnte worum es hier wohl geht. Jedenfalls tat er dies an einer Haltestelle durch die Aussage "Die anderen sind immer hier ausgestiegen" kund.

Während einer solchen Busfahrt kommen wir auf glorreiche Idee ein Teamfoto für diesen Bericht zu erstellen. Gesagt getan und flux einen Passanten angesprochen, stellen wir uns auf und grinsen um die Wette. Dass im Moment der Aufnahme unsere Ausstiegshaltestelle draußen vorbeizieht, merken wir erst wie der Bus bei der nächsten Station wieder anfahren möchte.
Unser Geschrei ist wohl laut genug, sodass der Wagenführer ein Einsehen mit uns hat und die Tür nochmals öffnet. (Oder ist er einfach nur froh uns los zu werden?).
Durch die verpasste Haltestelle sind wir ca. 600 Meter zu weit gefahren. da gibt's nur eins: Rucksack runter vom Rücken, dem Nebenmann zuwerfen und sich auf einen 800 Meter Sprint einstellen um die Telefonzelle noch rechtzeitig zu erreichen.
Dort in letzter Sekunden angekommen wird man von der Zentrale mit den Worten begrüßt: "Mann, das war knapp. Jetzt schnell weiter zur den nächsten Koors. Du musst dich beeilen!"

Aber diese gemeine Hetzerei soll nicht ohne Folgen bleiben. Bei den nachfolgenden Anrufen sorgen wir für erhöhten Adrenalinspiegel in der Zentrale, indem wir uns mal mit "Stadtwerke Koblenz", "Krematorium Leipzig Ost" melden, auf die Nachricht „Ihr müsst gleich Bus Nr. 5 nehmen“ mit „Oh, der ist gerade weg“ antworten bzw. nach dem Hint für einen Tradi fragen, für den wir angeblich unterwegs angehalten haben, anstatt zügig zur Bushaltestelle zu laufen. Antworten wie "..... [5 Sekunden Pause] ... WAAAAS ??? Wo seit ihr ??? Ihr müsst sofort zur Haltestelle ! ! !" geben uns Recht, dass der Fake funktioniert hat.

Bei allem Stress kann man doch diesen Tradi nicht so einfach liegen lassen. Von Beifang sollte man bei dieser Jagd generell verzichten. Bei diesem war das Zeitfenster aber so groß, dass wir ausnahmsweise zugreifen konnten.
Bei all den Verschwörungstheorien, denen man sich bei so einem Cache hingibt, finden wir es schon auffällig, dass bis dato die Busse gut gefüllt sind, aber immer die gleichen Plätze frei bleiben. Die Einzelsitze vor der letzten Reihe. Ob das wohl Zufall ist?

Raus aus dem Bus und schnell den nächsten Hinweis finden. Denn die Uhr tickt gnadenlos!
Ebenfalls im Verdacht unter Einfluss fremder Kräfte zu stehen, ist die Situation wie ich vergeblich versuche die Zentrale zu erreichen, sich aber eine andere auch irgendwie vertraute Stimme meldet und was noch viel mysteriöser ist, der Partner gegenüber sowohl mit den gleichen Hintergrundgeräuschen zu kämpfen hat wie ich und diese aus dem Fließgeräusch des Rheins sowie meiner eigenen Stimme bestehen.
War dies noch nicht merkwürdig genug, so telefoniert plötzlich auch eine Mitstreiterin direkt neben mir, die mit den gleichen Problemen kämpft wie ich. Auch sie hat keine Ahnung mit wem sie da gerade telefoniert. Und das ganze unter Zeitdruck, höchst mysteriös ! ! !

Nach weiteren Sprint- und Sucheinlagen mit sehr verwundert dreinschauenden Schängelmuggel geht es dann zur wohlverdienten Pause zum Amerikaner, wo wir Owner und Cachekollegen treffen.

Nach der Pause geht es dann weniger mysteriös und etwas entspannter, bzw. nicht mehr ganz so stressig weiter, was wohl daran liegt, dass sich die drei Team mittlerweile eingespielt und mit dieser Cacheart vertraut gemacht haben.
So können wir unterwegs tatsächlich noch einen Tradi als Beifang verbuchen und die Zentrale braucht auch gar nicht mehr so lange um sich wieder zu fassen, nachdem wir per Handy nach dem Logdatum fragen.

Kurz vor Schluss wird es dann noch einmal fies, als wir unter Zeitdruck gefühlte 500 Steine zählen müssen. Die neugierigen Muggelanfragen kann man dabei nicht als hilfreich ansehen.

- „einhunderfünfundsiebig … einhundersechsundsiebzig … „
- „Was macht ihr da?“
- „ .. einhundersiebenundsiebzig … wir zählen … einhundert ... äh … achtundsiebzig ...“
- „Und warum?“
- „ … einhundertneunundsiebzig … gehört zu einem Spiel … einhundertneun … äh wo war ich?“




Wahrscheinlich hat dieses Plakat absolut gar nichts mit dem Cache zu tun. Als wir nach der Suche in der Kneipe bei einem Bierchen zusammensaßen fanden wir es aber mehr als passend.
Und schon hat man sich verzählt, weiß nicht bei welchem Stein man gerade ist bzw. ob man den ersten schon mitgezählt hat. Also auf von vorne. Von der Zentrale wird unsere Antwort, die gleich viermal überprüft wurde, mit einem lachenden „Stimmt, das hatte ich beim Betatest auch raus.“ kommentiert.
So ist das, wenn Cacher im Betatest das Außenteam markieren und sich später „die Sache von innen anschauen wollen“. Um es mit den Worten von Al Bundy zu sagen: „Wenn die Welt nur eine Kehle hätte ... „
Aber kurz darauf ist die Welt wieder in Ordnung. Gerade als wir die nächste Aufgabe erwarten kommt von der Zentrale die Anweisung „Geht jetzt zu N 50° […]“ Merkwürdigerweise höre ich im Hintergrund die gleiche Anweisung nochmals, jedoch mit einer anderen Stimme und an eine andere Person gerichtet. Wieder ein Mysterium? Nein, diesmal nicht. Es handelt sich lediglich um ein Telefonat mit dem zweiten Team, das mit dem Satz „ ... dort treffen wir uns dann alle beim Final“ endet.
Erleichterung macht sich breit, die aber nicht lange hält. Vor Ort ist die Suche nicht gerade einfach. „Ah die Zentrale kann uns einen Spoiler schicken.“ Die ist aber bereits unterwegs zu uns. Irgendwann entdecken wir die Dose dann aber auch ohne Spoiler und dürfen uns glücklich ins Logbuch eintragen.
Zum Schluss muss ich noch ein großes Lob an meine Mitstreiter loswerden sowie an die Owner des Caches. Nicht nur dass sie vier Monate lang recherchiert, getüftelt und programmiert haben, sie haben es auch zur Perfektion getrieben, die Zeitfenster bis zum nächsten Ergebnis so zu setzen, dass es nie langweilig wird und man permanent unter Dampf steht, der Cache aber trotzdem lösbar bleibt. Kein Wunder, dass der Cache bis heute eine 100% Rate bei den Favoriten vorweisen kann. Auf jeden Fall verdient, wie ich meine.

Dieses Plakat drückt es wohl am Besten aus: Danke für einen tollen Cacheabend mit einer genialen Idee und einer perfekten Umsetzung

Echtzeit-Cache

Bei der Koblenzer Lösegeldübergabe handelt es sich um einen Echtzeit-Cache. D.h jedes der beiden Außenteams muss innerhalb einer bestimmten Zeit Koordinaten und Zahlen finden, Barcodes auslesen, bzw. Chirpnachrichten empfangen. Diese Informationen werden an die Zentrale weitergegeben, die damit wiederum Aufgaben auf einer Website lösen muss um dann wieder neue Informationen und Aufgaben an die Außenteams übermittelt. Auch dies muss innerhalb eines vorgegebenen Zeitfensters geschehen. Und, um dem Ganzen noch die Krone aufzusehen, ist Team 1 von Team 2 sind abhängig und umgekehrt. Sobald einer der drei Teams seine Aufgaben nicht in der vorgeschriebenen Zeit erledigt, ist der Cacheabend beendet und man muss bis zum nächsten Termin warten um nochmals von vorne anzufangen.