Dienstag, 19. Februar 2013

Neues vom Guideline-Wahnsinn oder "Wie mache ich ein gut funktionierendes Hobby kaputt?"

Letzten Sonntag war es wieder mal so weit. Nach einer Folge "The Big Bang Theory", wo Sheldon sehr gekonnt und interessant erklärte warum die Zahl ?? für ihn die "Beste Zahl" ist, dachte ich mir: "Hey, das wäre doch was lustiges für nen Rätselcache".
Also flux das Listing zusammengeschrieben, die Dose versteckt und ab damit zu Reviewer. Da man bei D 2 nicht viel machen muss und die Lösung mit einer schlichten Google-Suche auf die Stichwörter "Primzahl" und "Spiegelzahl" (werden im Listing seeeeehr häufig erwähnt) quasi nur abgeschrieben werden muss, war ich doch sehr überrascht als ich folgenden Reviewereintrag erhielt.

Abbildung 1: Ab jetzt wohl häufiger zu sehen: Bei Mysteries darf alles "genau und detailiert" erklärt werden.
Dieser Beitrag soll nicht den Reviewer anprangern. Ich denke ihm sind hier die Hände gebunden bzw. er bekommt die Vorgaben aus den Guidelines und wird auch kontrolliert wie genau er diese umsetzt.
Ich kann eh nur den Hut ziehen, vor Leuten die trotz der aktuellen Entwicklungen bei Groundspeak (weg von den interessanten Caches wie LPs, hin zu Massencachen und Smartphonetauglichkeit) immer noch viel Zeit ihrers Lebens opfern um freiwillig und kostenlos die Arbeit für diese Firma aus Seattle machen.

Abbildung 2: Was für ein fieses Listing. Bei http://coord.info/GLA90148 macht es bestimmt Sinn, ein dreiseitiges HowTo dabei zu legen, wie man diesen schweren Cache lösen kann.
Aber erschreckend finde ich es schon, was für Steine einem in den Weg gelegt werden, sobald man vom 08/15-Leitplankencache abweicht.
Wenn die Listings nur aus einem Fragezeichen oder irgendwelchen kryptischen Zeichen, für die man Band 17 der Buchreihe XY, Seite 25 auswendig kennen muss, dann könnte ich den Aufwand noch verstehen, aber doch nicht bei ner googel-me Aufgabe wie nebenstehend.

Was kommt als Nächstes? Muss ich nächste Woche bei nem Multi jede Station "genau und detailiert" erklären, wie sie aussieht, was man machen muss, wie ich die 7 Stufen der Treppe der Zahl D zuordnen muss und bei welchem Hundehaufen ich vorbeilaufe, wenn ich zu Station 5 gehe.
In den Guideline steht zum Glück noch nichts drin, außer der seit Jahren nötigen Angabe zu den Waypoints der Stationen. Ich fürchte aber die Betonung liegt auf noch nicht.

A propos Guidlines: Ich hab mir den genauen Wortlaut mal angeschaut:

"Before you submit the cache listing, post a Note to Reviewer with an explanation of how the puzzle is solved."
Quelle: http://www.geocaching.com/about/guidelines.aspx#mystery

Mir ist die Lust am Legen neuer Caches erstmal vergangen. Selbst die Beste Zahl stand kurz davor ins Archiv zu wandern anstatt sie nach genauer und detaillierter Erklärung erneut dem Reviewer vorzulegen.

Kommentare:

  1. Bedanken darfst Du Dich bei den Leuten, die unlösbare Rätsel einstellen um dann persönliche Einladungen für regelwidrige Caches machen.
    Die finden sich damit dann leider besonders schlau.
    Traurig finde ich die mangelnde Creativität, auch bei den derzeitigen Regeln kann mann klasse caches legen.

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  2. Guido hat es ja schon erwähnt, bedanken darfst du dich bei den Leuten die Reviewer verarschen und anlügen. Diese Regel existiert übrigens schon etwas länger und ist nicht neu. Sie wird wohl nur nicht von jedem Reviewer konkret umgesetzt. Kreative Caches sind zwar schön und natürlich auch heutzutage noch möglich, ob diese unserem Hobby zuträglich sind sollte sich aber jeder selbst beantworten.
    Ich behaupte hier einfach mal das es noch weitere Verbote und auch Guidelineanpassungen noch in diesem Jahr geben wird. Dagegen machen kann man nichts solange Punkte- und Sensationsgeile Menschen dieses Hobby ausüben.

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    1. Ja, das ist das traurige daran. Ich hab schon von vielen Caching-Freunden gehört, die entweder ihre Caches aus Protest zugemacht haben oder ganz mit dem Hobby aufgehört haben.
      Aber das juckt Groundspeak nicht wirklich.
      Ich schätze auf jeden Protestler kommen zwei neue Handylogger. Und wenn von denen nur jeder 10. die App für 8,99 € kauft macht Groundspeak satte Geschäfte.

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  3. Es gibt schlicht zu viele Cacher.
    Man tritt sich gegenseitig auf die Füße, es werden Feindschaften intensiv gepflegt.
    Das Problem wird sich erst legen wenn aus dem Massenhobby wieder eine Community geworden ist, wo man sich gegenseitig zumindest respektiert.
    Aber von dieser notwendigen/wünschenswerten Gesundschrumpfung sind wir noch weit entfernt.
    Zumal bei soetwas ja leider auch häufig "die falschen" gehen.
    Bedanken kann man sich bei denen, die diesen Rummel veranstaltet haben, aus jedem Arbeitskollegen, Mitschüler, jedem Schulkind oder schlicht jedem Fernsehzuschauer einen Geocacher machen zu wollen.

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  4. Auch detaillierte Multi-Beschreibungen bringen nix: http://spiritusman.blogspot.de/2010/04/rip-bw-pankow.html

    Ich hatte das danach auch noch mal: "Bitte erklären Sie den Lösungsweg". GC3JKKD (Sry, für die Eigenwerbung, aber das soll der Demonstration dienen: Lösungweg steht genauestens im Listing :D) Warum genau musste ich den Müll dann nochmal ausführen, obwohl es eindeutig zu lesen war?

    Keine Ahnung. Es heißt immer: Waah, die Reviewer! Bitte nicht angreifen, die machen das ehrenamtlich. Ich habe jahrelang deren Arbeit respektiert. Aber in 2 von 2 Fällen wurde ich blöde angemacht und verarscht. Versuche, ein Gespräch zu führen, scheiterten mit der Aussage (Zitat!): "Ich habe keine Zeit für Diskussionen. Ich archiviere dein Listing hiermit." Äh, wait... what???

    Ich habe inzwischen das Vertrauen in Reviewer verloren, genau wegen solchen Sachen. Sry, ob Ehrenamt hin oder her, aber so kann man mit den Leuten nicht umspringen. Und wenn sie das Pensum nicht schaffen, sollen sie mehr Reviewer ins Boot holen, das sollte kein Problem darstellen. Meine Meinung.

    Sry, fürs Luft-ablassen. Aber irgendwie musste das grade sein.

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  5. Hey, was solls, reich doch lieber die Caches Hunderunde#1 bis Hunderunde #26 ein, die werden garantiert ohne Nachfrage freigeschaltet.

    Gruß
    Pegasus37

    (der durch solche Runden gelernt hat, wie man die mit GSAK ganz schnell auf die Ignorelist bekommt)

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  6. Oder "Leitplanken der A3". Bei 778 km ergibt das 4832 Dosen. Pro Richtung ...

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  7. Ehrlich gesagt: Ich kann den Reviewer verstehen. Seine Aufgabe ist es, Caches zu reviewen und nicht Rätsel zu lösen. Auch wenn sie noch so einfach sind, es kostet unnötig Zeit. Zeit, die der Reviewer besser nutzen kann um andere Caches frei zu geben.

    Gruß

    bezzico

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  8. Eigentlich sollte man davon ausgehen, dass jeder Cache lösbar ist. Auch der Reviewer sollte davon ausgehen, da es sonst selbst 5 mal soviel Reviewer gar nicht schaffen könnten alle Caches freizuschalten, wenn sie neben dem Listing auch noch die Lösung durchlesen und vorallem verinnerlichen müssen.
    Bei solchen unlösbaren Caches sollte es Sanktionen gegen den Owner geben, nur leider verstecken sich die meisten (evtl. sogar alle) hinter Sockenpuppen, wo Sanktionen nicht wirklich weh tun.

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